Informationsräume Neues Schloss Tettnang

Eröffnung 2016

Die Grafen von Montfort herrschten seit dem 12. Jh. über das Tettnanger Territorium. Im 18. Jh. erschien den Grafen das Alte Schloss nicht mehr standesgemäß und so beauftragten sie die Planung eines neuen Schlosses. Obwohl bereits hoch verschuldet, hielten es die Montforter für eine Frage der Familienehre, das 1753 bei einem Brand schwer beschädigte Schloss wieder aufzubauen, mit Hilfe eines Darlehens Österreichs – die Grafschaft als Sicherheit. Österreich eröffnete 1779 das Konkursverfahren, die Grafschaft ging an Österreich. Dies ist nicht gerade eine Erfolgsgeschichte. Dennoch verleiht die dabei entstandene aufwendige Raumgestaltung dem majestätischen  Barockschloss heute seine kunsthistorische Bedeutung. Beides gilt es, in den zwei dem Schlossrundgang vorgeschalteten Informationsräumen auf ansprechende Weise zu veranschaulichen.

 

Die "sprechende Ahnengalerie" zeigt Portraits der Montforts aus unterschiedlichen Jahrhunderten, es sind Schlüsselfiguren der Familie, vom Begründer des Geschlechtes bis zu seinen ergeizigen, aber völlig verarmten Nachfahren. Sie geraten in ein Streitgespräch, der Ahnherr bezichtigt seine Nachfahren der Verschwendung, diese rechtfertigen sich und legen ihre Probleme dar: Kriege, Erbteilung und Repräsentationszwang. So wird auf unterhaltsame Weise geschichtliches Wissen vermittelt und das Interesse geweckt, sich der Information zu Erbfolge und territorialer Entwicklung zu widmen, die in einer Zeitleiste mit weltgeschichtlichen Ereignissen verknüpft wurde.

 

 

 

Im zweiten Raum wird "das höfische Leben im 18. Jahrhundert" thematisiert. Flankiert von zwei kurzen Abrissen über die
Baugeschichte der Haupt- und Nebenresidenzen Tettnangs präsentiert sich im Mittelteil der geschwungenen Wände eine historische Ansicht des Schlosses. Schauen die Besucher hinter dessen Fassade, eröffnen sich ihnen Einblicke in den
höfischen Alltag. Seltene historische Illustrationen zeigen alltäglicher Situationen zu Themen wie Hofstaat und Bedienstete, Ausbildung der Kinder, Essen und Feste feiern. Hier wird detail- und aufschlussreich über die aufwendige Hofhaltung der Grafen von Montfort berichtet.

 

"Vergessene Künste". Eindrucksvoll ist der Rundgang
durch die Schlossräume angesichts der prächtigen,
teils sehr einzigartigen Innenausstattung. Umso
interessanter ist es, diese alten kunsthandwerklichen
Techniken im Detail kennenzulernen. In den
entsprechenden Werkstätten haben Filmteams den
Kunsthandwerkern über die Schulter geschaut und sie
befragt zu ihrer Arbeit. Schritt für Schritt können die
Entstehungsprozesse in Film- und Fotosequenzen
nachvollzogen werden.

Und das Schönste für viele Besucher: auf dem großen Materialtisch in der Mitte des Raumes können Arbeitsproben aller Techniken angefasst werden – ein Erlebnis, das ihnen ja sonst im Schloss verwehrt ist.

 

 

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© von Jacobs