Modemuseum im Festinbau Schloss Ludwigsburg

Eröffnung 2004

Das Modemuseum befindet sich im Festinbau des Ludwigsburger Schlosses. Dieser Gebäudeteil erfuhr im Laufe der letzten 140 Jahre grundlegende Umbauten. So wurde der etwa elf Meter hohe Festinsaal in vier Geschos- se aufgeteilt, die stark geprägt sind durch die geringe Raumhöhe und die mächtigen Betonunterzüge. Zwei dieser Geschosse beherbergen nun das Museum und sind durch eine großzügige, neu erstellte Rampe in der Raummitte miteinander verbunden.
Die Entscheidung, diesen Bau als Ausstellungsort für extrem lichtempfindliche textile Objekte zu nutzen, gibt die Möglichkeit, die wenig attraktive räumliche Situation in den Hintergrund treten zulassen und sich auf die akzentuiert beleuchteten Objekte zu konzentrieren.

Ziel bei der Planung der Raumdisposition war es, die unterschiedlichsten Ausstellungssituationen zu schaffen, ohne gegen die räumliche Strenge des Gebäudes zu agieren. Es entstanden großräumige Vitrinen mit der Möglichkeiten zur Rundum-Betrachtung, großflächig-frontalen Präsentation von Objektgruppen sowie Vitrinen für solitär präsentierte Kostüme bis hin zu kleinen Detailvitrinen.

Um sowohl der umfangreichen Sammlung als auch den komplexen Vermittlungszielen im Modemuseum ein Forum zu bieten, wurde eine gestalterische Struktur mit einer Gliederung in folgende Darstellungsformen für die Präsentation der

Objekte erarbeitet. Während in „Szenischen Bereichen“ Gesamtbilder geschaffen werden, konzentrieren sich die „Objektensembles“ auf die Sammlung, auf die Betrachtung der einzelnen Kostüme und Accessoires. Den szenische Bereichen wurde jeweils ein zentrales gedankliches und bildhaft umgesetztes Motiv zugrunde gelegt, das typisch für den dargestellten Zeitraum ist  und den gestalterischen Rahmen für die Objekte bildet. Bei den Objektensembles hingegen gliedern flächige und gewinkelte Ausstellungshintergründe die Objektgruppen.

Um der besonderen Lichtsituation im Museum gerecht zu werden, wurde für die Informationsvermittlung in Wort und Bild eine Struktur erarbeitet, die zwei Systeme unterscheidet: ein mobiles für die spezifische Objektinformation in Form von Audiotexten und ein stationäres, das im Bereich der Unterzüge  zur Verfügung steht, in denen bildhafte Informationen von den Besuchern ausgewählt werden können.

 

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© von Jacobs