Karbon, Kokos, Samt und Seide

Ausstellung im Heimatmuseum Reutlingen, 2005

Anlass für die Ausstellung war das 150-jährige Bestehen der Hochschule Reutlingen. Ursprünglich als Webschule gegründet, später Technikum für Textilindustrie und staatliche Ingenieurschule, entwickelte sich daraus bis heute die Fachhochschule mit der Fakultät für Textil und Design.
Den Schwerpunkt des historischen Teils der Ausstellung bildet die Gewebesammlung, die in der Webschule als Vorbild für die Studenten wie auch für die württembergische Textilindustrie entstand. Demgegenüber stehen aktuelle Funktionstextilien aus High-Tech-Fasern, die über die traditionelle Nutzung als Material für Bekleidung hinaus vielseitig eingesetzt werden: im Automobil- und Flugzeugbau, in der Medizintechnik, im Arbeitsschutz, an Bauwerken.
Dieses thematische Spannungsfeld legte uns nahe, beide Ausstellungsbereiche durch ein unterschiedliches Erscheinungsbild zu prägen, das deren Eigenständigkeit unterstreicht und dabei eine Gegenüberstellung ermöglicht.

Der historische Teil der Ausstellung findet sich in einer großen Stoffrolle im Zentrum des Raumes wieder. Dieses großformatige räumliche Element gibt der Vielzahl kleiner Objekte die räumliche und optische Klammer. Sein Innenleben ähnelt der Mustersammlung selbst. Vor der Folie der Bibliothek mit Reihen geschlossener Musterbücher entfaltet sich die ganze Vielfalt der verschiedenen Stoffe.
Entlang der Außenwände des Raumes entwickeln sich die Themen der Gegenwart und Zukunft. An den Längswänden sind verschiedenste Schutzanzüge für Sport und Freizeit sowie für den Arbeitsschutz zu sehen. Jeder Anzug steht vor einem Bildfond, dessen Motiv assoziativ auf dessen Nutzung hinweist, die man an den Anzügen nicht immer erkennt. An der Stirnwand wird „Textil am und im Körper“ gezeigt mit Implantaten und Bandagen.
Der Vorraum dient der Darstellung der Entwicklung von der Webschule zur Hochschule und führt ins Treppenhaus, wo auf drei Zwischenpodesten „Textil im Auto“ gezeigt wird.

 

 

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© von Jacobs